2005_10 MÄR..20h
2005_29 APR..0h 50
Sendetermin
2005_04 JUN..10h22h
2005_21 JUN..20h
Mainzer Reihe avance
2005_04 OKT..20h
Mainzer Reihe avance
2005_04 NOV..20h
2005_15 NOV..20h
Mainzer Reihe avance
2005_14 DEZ..20h
2006_14 JAN..20h
Klangfarben und Lichtkunst
ZKM Karlsruhe in Kooperation mit ZDF/Arte
2006_04 FEB..20h
Saarbrücker Sommermusik
2006_02 APR..17h
Evangelische Kirche Saarlouis
Kaiser-Wilhelm-Straße
2006_12 APR..20h
frequenzen Konzerte der Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik
und der Dresdner Bank
2006_22 OKT..20h
Centrum Judaicum Berlin
Viktor Ullmann
Berlin 1928 JAN 2007
Ultraschall
Das Festival für neue Musik
02 DEZ..Berlin
kulturradio
Galerienwanderung
Saarbrücken 1013 MAI 2007
Mouvement. Musik im 21. Jahrhundert
(Festival des Saarländischen Rundfunkes)
Text MOTION PICTURE MIT LEPORELLO
Konzert für Solo-Posaune und kleines Orchester
« ... man muß nur vor ihren Augen auf und ab gehen ...» Goethe
19 JAN 2008..Athen
Megaron Athen/Griechenland
Mittwoch 09 APR 2008..20.00h
Mainz, Frankfurter Hof
ars nova
Filmhaus Saarbrücken
Die Schwarze Kugel
oder
die geheimnisvollen Schwestern
von Franz Hofer / 1913
Kompositionsauftrag von arte in der Reihe Neue Musik zu alten Stumm-)Filmen
LIVE Aufführung mit Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Saarbrücken
arte
Die Schwarze Kugel
oder die geheimnisvollen Schwestern
von Franz Hofer / 1913
Musik: Bernd Thewes
Im Rahmen der Kunstaktion vom
MOGUNTIA-Projekt
JVA Mainz
Dieter von Isenburgstraße 44
Bad Boys 11ation
eine Klanginstallation für den Innenhof der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Mainz
für 2 CD-Player und 4 Lautsprecher
Raillon DB Cargo
Rheinstraße, Mainz
Kompositionen von Kretschmar und Thewes
Christoph Lahl (Klangmaschine «Pressluftgeiger»)
Museumsstreichquartett Frankfurt (Musiker)
Salome Kammer (Stimme)
Hermann Kretschmar (Stimme, Elektronik)
Bernd Thewes (Elektronik)
Programm
Hermann Kretschmar
karl ein karl
nach Texten von Konrad Baier
für Stimme und Elektronik
Bernd Thewes
1.Streichquartett
... wait for the richochet ...
nach dem Deep-Purple-Song Child In Time
für Streichquartett, Klangmaschine «Pressluftgeiger»
und 5-kanalige Zuspielmusik
Hermann Kretschmar
und plötzlich ging die Sonne aus
nach Texten von Konrad Baier
für Stimme und Streichquartett
VULKAN:KulturGesellschaftf
Leibnizstraße 44, Mainz
Dietmar Wiesner
Flöte
Bernd Thewes
Code: Figur auf Landschaft (Travestie)
Für Flöte und 5-Kanal-Zuspielung
Ivan Fedele
Donacis Ambra
Für Flöte und elektron. Dispositiv
Cathy Milliken
Round Robin
Für Flöte
Helmut Oehring
Philipp
Für Flöte
Im Rahmen der Kunstaktion
«BASARLAND drei - wegen Inventur geöffnet»
Mauritius-Galerie, Einkaufspassage am Michelsberg
Ebene 1 (ehemaliger HL-Markt)
Wiesbaden-Innenstadt
THRESCH
Ein Melodram
Konzept: Andreas H. Drescher + Bernd Thewes
Musik/Klangprojektion: Bernd Thewes
Text: Andreas H. Drescher
und aus Daniel Paul Schrebers «Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken»
Frankfurter Hof
Augustiner Straße 55, Mainz
Kompositionen von Cage, Gompper und Thewes
Patricia von Blumröder
Klavier
Programm
John Cage (1912—1992)
SONATAS AND INTERLUDES
Für präpariertes Klavier (1946—48)
Sonata I; II; III; IV
First Interlude
Sonata V; VI; VII; VII; VIII
Second Interlude
David Gompper
INSIDE CAGE (2005) UA
Für präpariertes Klavier
Bernd Thewes
RICOCHET (2005) UA
Für Klavier in der Präparation von John Cage's SONATAS AND INTERLUDES
John Cage
SONATAS AND INTERLUDES
Für präpariertes Klavier
Third Interlude
Sonata IX; X; XI; XII
Fourth Interlude
Sonata XIII; XIV and XV
«Gemini» - after the work of Richard Lippold
Sonata XVI
ZKM Karlsruhe
Lorenzstraße 19, Karlsruhe
Dietmar Wiesner
Flöte
Bernd Thewes
Code: Figur auf Landschaft (Travestie)
Für Flöte und 5-Kanal-Zuspielung
Ivan Fedele
Donacis Ambra
Für Flöte und elektron. Dispositiv
Cathy Milliken
Round Robin
Für Flöte
Helmut Oehring
Philipp
Für Flöte
ZKM Karlsruhe
Lorenzstraße 19, Karlsruhe
Ensemble ascolta
Markus Schwind, Trompete
Andrew Digby, Posaune
Erik Borgir, Violoncello
Hubert Steiner, Gitarre/ E-Gitarre
Martin Homann und Boris Müller, Schlagzeug
Florian Hoelscher, Klavier
Titus Engel, Leitung
Die Filme mit der am ZKM produzierten Musik werden Anfang Mai 2006 auf ARTE ausgestrahlt.
Programm
Walter Ruttmann
Opus 1 (1921)
Musik: Max Butting (1921)
Hans Richter
Rhythmus 21 (1921)
Musik: Bernd Thewes (2005) UA)
Hans Richter
Vormittagsspuk (1928)
Musik: Martin Smolka, Cornelius Schwehr (2004)
Hans Richter
Filmstudie (1928)
Musik: Cathy Milliken (2004)
Oskar Fischinger
Seelische Konstruktionen (1927)
Musik: Günther Lege (2004)
Oskar Fischinger
Kompositionen in Blau (1935)
Originalfilmmusik
Oskar Fischinger
Studie Nr. 7 (1930/31)
Originalfilmmusik
Oskar Fischinger
Wachsexperimente (192528)
Musik: Caspar Joh. Walter (2004)
Saarländischer Rundfunk
Funkhaus Halberg
Großer Sendesaal
abwendigMACHT (UA)
Teil I NOVALIS -
Orchesterlied nach Novalis'
«Hymne an die Nacht» Nr.1
Teil II SCHUBERT -
Bearbeitung der Klaviersonate in Bb-Dur, D 960, von Schubert
für Mezzosopran und Kammerorchester
Kompositionsauftrag des Kammerorchesters RICERCARE
Interpreten
Wakako Nakaso - Sopran
Kammerorchester RICERCARE
Alexander Mayer
musikalische Leitung
Das Projekt «abwendigMACHT» ist das Resultat der Kombination zweier verschiedenener kompositorischer Vorgehensweisen: der Neuvertonung von Novalis «Hymne an die Nacht Nr.1» für Mezzosopran und Kammerorchester sowie der Instrumentierung von Schuberts berühmter Klaviersonate in Bb-Dur für die gleiche Kammerorchesterbesetzung. Die beiden Arbeiten sind strukturell dadurch aufeinander bezogen, dass ich für die Novalis-Vertonung ein Tonordnungsprinzip entwickelt habe, das sich aus Schuberts für alle vier Sätze der Bb-Dur-Sonate typischen Vorgehensweise der Zusammensetzung von Melodien aus den Nachbarstufen eines Ausgangstones herleitet. Wie Schubert diese Vorgehensweise
auch bei Akkordfortschreitungen anwendet habe ich daraus und aus dem Prinzip
der Klangprojektion die spezifische Tonalität (oder Atonalität)
meines Orchesterliedes entwickelt.
Inhaltlich war für mich die Textstelle «... Also nur darum / Weil
die Nacht dir / Abwendig macht die Dienenden ...» der zentrale Gedanke.
Wenn es in den Hymnen um die Problematik von Diesseits/Jenseits oder Tag/Nacht
geht, ist das sich «Abwenden» vom Diesseits die unerlässliche
sozio-kulturelle Verhaltensweise der Subjekte (der «Dienenden»),
die ein Sich-Einlassen auf das Jenseitige, Nächtliche erst ermöglicht.
Bei Schubert, der seine Sonate knapp dreißig Jahre nach Novalis
Hymnen in Zeiten politischer Restauration schrieb, ist
die Macht des Sich-Abwendens fast schon zum grundsätzlichen Aussteigertum des Künstlers mutiert. Dennoch behält er Kontakt zur musikalischen Überlieferung, indem er trotz des zugrundeliegenden abstrakten Tonordnungsprinzips eine Vielzahl musikalischer Genres vom Choral über den Trauermarsch bis hin zu einer Art Zirkusmusik herausmodelliert. Schubert wendet sich von seiner Gegenwart ab, indem er die Autonomie des musikalischen Kunstwerks vorantreibt; gleichzeitig wendet er sich dieser Gegenwart aber wieder zu, allerdings nicht als «Dienender» sondern als Künstler, der über seine eigene Welt der Imaginationen verfügen kann. Der Wunsch, dass die Gesellschaft die «abwendigMACHT» der Kunst
honoriere oder gar wie Novalis noch glaubte in gesellschaftliche
Reformvorhaben integriere ist spätestens zur Schubert-Zeit schon völlig
obsolet geworden. Auch heute noch bleibt nur der «Wehmuth weiche Luft»
als ein Gefühlszustand, der sich der seit der Zeit der Romantik nicht
aufgelösten Spaltung zwischen gesellschaftlicher Realität und Kunstwelt
verdankt.
Bernd Thewes 2005
THRESCH
EIN MELODRAM
von und mit
BERND THEWES (MUSIK)
und
ANDREAS H. DRESCHER (TEXT)
Die Veranstaltung wurde vom Saarländischen Rundfunk mitgeschnitten.
Thresch ist ein Projekt des Komponisten Bernd Thewes und des Autors Andreas
Drescher.
Nachdem Drescher und Thewes sich während eines Klangkunst-Symposions
in Saarbrücken kennen gelernt und einander erste Einblicke ins Werk des
anderen gewährt hatten, beschlossen die beiden, sich an eine gemeinsame
Arbeit zu machen. Als Grundlage hatte sich im Diskurs der beiden das Buch
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken von Daniel Paul Schreber
herauskristallisiert, des sicher berühmtesten Schizophrenen der Literaturgeschichte.
In einem sich über zwei Jahre hinziehenden Schaffensprozess antwortete mal eine Komposition von Thewes auf einen (durch Schreber inspirierten) Text von Drescher, dann wieder ein Text von Drescher auf eine Komposition von Thewes. Danach erst wurden die O-Töne aus den Denkwürdigkeiten ausgewählt, die das Denken Schrebers noch einmal ganz ungefiltert im Projekt aufscheinen lassen sollten.
«raum für kultur»
Gallusanlage 7 (Gallileo)
60239 Frankfurt am Main
www.fgnm.de
PORTRAIT BERND THEWES
UNTER KEINEM
Ein Hörstück für Sprecher und Klangprojektion
(2005)
Live-Version (2006)
Text: Andreas H. Drescher
Code: Figur auf Landschaft (Travestie)
für Flöte und fünfkanalige Zuspielmusik
(2001)
Andreas H. Drescher - Sprecher
Bernd Thewes - Klangprojektion
Dietmar Wiesner - Flöte
Anmerkungen zu UNTER KEINEM:
UNTER KEINEM ist ein Projekt des Komponisten Bernd Thewes und des Autors Andreas
Drescher. Nachdem Drescher und Thewes sich während eines Klangkunst-Symposions
in Saarbrücken kennen gelernt und einander erste Einblicke ins Werk des
anderen gewährt hatten, beschlossen die beiden, sich an eine gemeinsame
Arbeit zu machen. Als Grundlage hatte sich im Diskurs das Buch «Denkwürdigkeiten
eines Nervenkranken» von Daniel Paul Schreber herauskristallisiert.
In einem sich über zwei Jahre hinziehenden Schaffensprozess antwortete
mal eine Komposition von Thewes auf einen (durch Schreber inspirierten) Text
von Drescher, dann wieder ein Text von
Drescher auf eine Komposition von Thewes.
Zuerst als radiophone Komposition konzipiert, wurde von UNTER KEINEM auch
eine Live-Version hergestellt. Diese profiliert den Aspekt der «Klangprojektion»,
also den räumlichen Umgang mit computergestützter Mehrkanal-Beschallung:
verschiedene Positionierungen des Klangs im Raum und vor allem die außerhalb
des Computers stattfindende Klangveränderung und poetisierung durch
Drehboxen, Schamanentrommel, selbstgebautes Splitter-Klavier zur Steuerungen
von 8 auf Trommeln aufliegenden Lautsprechern und von innen beschallte Große
Trommel.
Inhaltlich ist das Stück in 12 Teile gegliedert:
01 GROOVE 168 (Intro),
02 Das Gegenteil eines Kokons,
03 Als Rasselraster,
04 Die Zärtlichkeit der Stachelschweine,
05 RÄDERSTAUB,
06 Auf dem Frühstückstisch,
07 Hinter den Ohren (LEISES EISEN 1),
08 Quer durchs Jod (HORMONFLÖTEN 1),
09- Nissen im Park (HORMONFLÖTEN 2),
10 HORMONHOLZ (Leises Eisen 2),
11 H-ichAllExpress (Teil 1 ICH),
12 H-ichAllExpress (Teil 2 DU)
Anmerkungen zu Code: Figur auf Landschaft (Travestie):
Solostücke entstehen oft in enger Zusammenarbeit zwischen Komponist und
Instrumentalist, da eine solche Musik seitens des Komponisten eine umfassende
Beschäftigung mit den Spieltechniken des jeweiligen Instrumentes verlangt.
Bei Dietmar Wiesner und mir ergab sich diese Vorarbeit fast automatisch aufgrund
einer langjährigen Freundschaft. Wir gingen gewissermaßen sogar
einen Schritt weiter, indem wir dieses normalerweise theoretisch und propädeutisch
im Sinne einer Material-Sondierung aufgefasste Sezieren der flötenspezifischen
Klangerzeugung in der Komposition selbst hörbar werden lassen wollten. Die passende Technologie stand in Gestalt des Samplers schon bereit. Die Samples habe ich dann im Sequenzer komponiert und zur Wiedergabe auf ein System von 5 Lautsprechern geroutet. Bei unserem Stück kommt es primär auf die Relation Solo-Instrument / Lautsprecher-Wiedergabe an und zwar in der Art, dass auf beiden Ebenen das Selbe nämlich die Klangmöglichkeiten der Flöte - ausschlaggebend sind, zum Einen als aktuell Gespieltes und zum Andern als - im Sinne einer konstruktiven Klangprojektion - aktuell zugespieltes ehemals Gespieltes. Das Entscheidende,
Bedeutungsschaffende ist allerdings der Wahrnehmungsakt. Ich ging davon aus, dass ein Rezipient beim Wahrnehmen des 33-minütigen recht komplexen Klangereignisses die Figur-Grund-Wahrnehmung also die Entscheidung was Vordergrund und was Hintergrund des Geschehen ist - quasi automatisch im Sinne einer psychologisch konstanten Tendenz anwenden wird. Durch die Gleichartigkeit der vom Solisten live gespielten und der über Lautsprecher zugespielten Klangangebote sowie beider Verwobensein in eine konzertante Wechselbeziehung wird der Rezipient in seinem Bemühen um Klärung seiner eigenen
Hörperspektive sozusagen poetisch (im Sinne von schöpferisch) indem
die von Solo-Flöte und 5 Lautsprechern erzeugte Klanglandschaft zusammengenommen
als Travestie einer im Hörakt imaginierten und synthetisierten «Flöten-Maschine»
erscheint.
(Bernd Thewes)
Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke
Fassung für Sprecher und Kammerensemble von Bernd Thewes
Orchester: Berliner Symphoniker
Samstag 27 JAN..16h
Radialsystem Saal
ensemble ascolta
Titus Engel, Leitung
>Gehörgang ins Auge<
Rhythmus 21
Film: Hans Richter (1921)
Musik: JOHN CAGE, LOU HARRISON (1941)
Wachsexperimente
Film: Oskar Fischinger (1925-1928)
Musik: CASPAR JOHANNES WALTER (2004)
Filmstudie
Film: Hans Richter (1928)
Musik: CATHY MILLIKEN (2004) )
Seelische Konstruktionen
Film: Oskar Fischinger (1927) Musik: GUNTER LEGE (2004)
Lichtspiel Opus I
Film: Walter Ruttmann (1921) Musik: OLIVER FRICK Lichtspiel
Opus IV
Film: Hans Richter (1925)
Musik: SVEN-INGO KOCH (2006)
Studie Nr. 7
Film: Oskar Fischinger (1930/31) Originalmusik: JOHANNES BRAHMS, arr. ANDREW
DIGBY (2004)
Vormittagsspuk
Film: Hans Richter (1928)
Musik: CORNELIUS SCHWEHR (2004)
Vormittagsspuk
Film: Hans Richter (1928)
Musik: MARTIN SMOLKA (2004) Rhythmus 21
Film: Hans Richter (1921)
Musik: BERND THEWES (2006) Diagonal Symphonie
Film: Viking Eggeling (1925)
Musik: OLGA NEUWIRTH (2006)
In Zusammenarbeit mit
ZKM Karlsruhe, arte/ZDF und Radialsystem
Zeitgenössische Kunst
sehen und hören
Kammerensemble
Neue Musik Berlin & Gäste
Galerie Leo.Coppi
Aiuguststraße 83 Berlin
Ausstellung:
Reinhard Stangl (Malerei)
Musik:
Lucia Mense, Blockflöten (als Gast)
Friedemann Werzlau, Schlagwerk
Steve Reich
Vermont Counterpoint (1982)
Version für verstärkte Blockflöte und CD
Beginn 13:45/14.15/16.15/18:00
Bernd Thewes
subcode (1997)
für Pappschlagzeug
Beginn 14:45/15.45/16.45/17:30
Samstag 12 MAI..15h
Stadtgalerie Saarbrücken
V Reflexionen
«Remixes und Reminiszensen als Kategorien Neuer Musik?»
Gespräch mit den Komponisten Nicolaus A. Huber, Bernd Thewes und Claas Willeke
sowie mit dem Musikjournalisten Christoph Wagner
Moderation: Wolfgang Korb
Sonntag 13 MAI..11h
«E-Werk» Saarbrücken-Burbach
VII Finale Reminiszenzen II (7. Matinée)
Mike Svoboda, Posaune
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken
Dirigent: Christoph Poppen
Martin Smolka:
Remix, Redream, Reflight
für Orchester [15']
Mike Svoboda:
Love Hurts Carmen Remix
für Posaune und Orchester [34']
Bernd Thewes:
Motion Picture mit Leporello
für Solo-Posaune und kleines Orchester [15']
SR-Kompositionsauftrag UA
Nikolaus A. Huber:
Modell im Rückspiegel
Die erste Szene in Mozarts Oper «Don Giovanni» wird von Leporello, dem Diener Don Giovannis eingeleitet und geprägt. Im nächtlichen Garten geht dieser Wache schiebend in einen Umhang gehüllt aufgeregt vor dem Haus der Donna Anna auf und ab. Er ärgert sich über seinen Chef, dem es «doch nie recht gerät» (per chi nulla sa gradir) und möchte «nicht länger Diener sein, nein, nein, nein ...» (non voglio più servir, no, no ...), während jener drinnen bei der Schönen» (dentro colla bella) ist. Doch dann hört er Leute kommen und plötzlich schlägt seine aufrührerische Aufgeregtheit (immerhin befinden wir uns im Jahre 1787, also 2 Jahre vor der französischen Revolution) in duckmäuserische Heimlichtuerei um und er singt sein Nein auf die
gleiche F-Dur-Dreiklangsbrechung wie vorher, aber diesmal mit dem Fazit «nein, nein, nein ... ich will nicht,
dass man mich hört ...» (no, no ... non mi voglio far sentir). Die folgenden 4 Takte dienen musikalisch der Modulation von
F-Dur nach B-Dur und dem Diener Leporello, sich zu verbergen (S'ascondo). Mozart ist es gelungen, in einer knappen, präzisen Zeitform
und einem fast übertrieben konventionellen Tonsatz sowohl die Einzelfigur Leporello als auch den Prototyp des Dieners erstehen zu
lassen, der letztendlich aus Überangepasstheit nie aus seiner unterwürfigen Rolle herauskommen wird. Dabei ist die Bewegung auf
der Bühne, das auf und ab gehen mehr als eine lediglich der Opernhandlung entspringende
Situationsbedingtheit. Dieses Bewegungsbild tritt ja unweigerlich in den Zusammenhang der wie schon erwähnt durchweg konventionellen musikalischen Kadenzierungen, wodurch das Verharren im Konventionellen, das Angepasst-sein selber ironisiert wird ohne den Zeigefinger auch nur ein wenig heben zu müssen. Das Geheimnis, wie sich Bewegung und Gestisches in Musik abbildet, zeigt oder auch kompromittiert ist nun schon seit langem eine Thematik, mit der ich mich in meinen Kompositionen beschäftige und beschäftigt habe, nicht zuletzt in dem Posaunen-Solostück «motion picture» von 1996, das Mike Svoboda gewidmet ist und das er im gleichen Jahr in der Stadtgalerie Saarbrücken beim Forum Neue Musik uraufgeführt hatte.
Aufbauend auf den damals entwickelten Spielfiguren, die ich in ein kleines Orchester hinein verlängert, gespiegelt und projiziert habe, fällt an einer bestimmten Stelle, an der der Solist vom hohen E zum F glissandiert Mozarts Leporello-Szene in das musika-lische Geschehen ein. Allerdings nicht als Zitat sondern in spezifisch deformierter Form. Diese Deformation besteht darin, dass ich den Namen Leporello in seiner Bedeutung als harmonika-artiges Faltblatt sozusagen bewusst missverstanden habe. Ich habe das Prinzip des Faltens auf die Zeit übertragen und im Computer Mozarts Musik leporelloartig mehrfach abwechselnd gedehnt und gestaucht. Im Übertragungsprozess auf die Konstellation Solo-Posaune/
Orchester entstanden dann vielfältige Ausweichmanöver, die das Verfahren selbst wiederum karikieren. Der Solist wird durch sein
reales auf und ab gehen auf der Bühne zur Leporello-Erinnerungsfigur. Der quasi stofflich formende Umgang mit Zeitdehnung und -stauchung ermöglicht
ein Eintauchen in die Beschaffenheit des Konventionellen, indem das musikalische Zeitempfinden, das ja bekanntermaßen und ganz deutlich in tonaler Musik
von der Erwartungshaltung geprägt ist, in ein wechselweise überstürztes, abgekürztes und dann wieder überdehntes Warten (statt Er-Warten)
verwandelt wird.
Bernd Thewes
Mainz, 26 April 2007
«Berlin - Die Sinfonie der Großstadt»
Deutschland 1927, Walther Ruttmann,
Wiederaufführung der Originalkomposition von Edmund Meisel in der Orchesterfassung von Bernd Thewes.
Greek Radio Symphony Orchestra unter der Leitung von Frank Strobel
Gehörgang ins Auge - experimentelle Stummfilme der 1920er Jahre
Musik von
Olga Neuwirth, Sven-Ingo Koch, Bernd Thewes (Musik zum Film Rhythmus 21 von Hans Richter (1921), Musik zum Film Rhythmus 23 von Hans Richter (1923)),
Oliver Frick (UA), Gunter Lege, Cathy Milliken, Cornelius Schwehr, Martin Smolka, Caspar-Johannes Walter und Johannes Brahms
Hören:
Musik zu Hans Richters Film «Rhythmus 23»
02:33 min --> mp3 (2,5 MB)